string furniture
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Geschichte

Mehr als ein Geistesblitz

Gewisse Dinge verbindet man so stark mit einer Zeit, dass sie zeitlos werden. Das gilt sicherlich für das Regalsystem String, das Nils Strinning 1949 entworfen hat. Es mag seltsam erscheinen, dass etwas so Einfaches und Unscheinbares wie dieses kleine, zierliche und leichte Regal mit seinem dünnen Drahtrahmen ein Designklassiker des 20. Jahrhunderts werden konnte.

Gründe dafür gibt es viele: Die schmale Verpackung ist einfach und kostengünstig zu transportieren und das Regal ist leicht montierbar. Die einzelnen Regalböden lassen sich schnell verschieben. Es können Regale unterschiedlicher Tiefen kombiniert werden und der Rahmen bietet den Büchern Halt. Zudem ist das Regal stabil und lässt sich in alle Richtungen erweitern. Ob die Wandfläche groß oder klein ist, String passt immer. Es sind vor allem die Seitenwände, die dem Regal seinen Charakter verleihen. Der farbige Draht der Seitenwände ist elegant und feingliedrig. Wie eine zierliche Leiter klettert er die Wände hoch. String ist pfiffig, wandelbar und flexibel, sodass es nicht verwunderlich ist, dass String von den freiheitsdurstigen Nachkriegseuropäern geliebt wurde. Insbesondere von den Jugendlichen, die man damals als Teenager zu bezeichnen begann.
Ohne einen Wettbewerb, der 1949 vom schwedischen Buchverlag „Bonniers folkbibliotek“ ausgeschrieben wurde, wäre das Regal vermutlich nie in Produktion gegangen. Der Verlag hatte erkannt, dass wenn die Schweden anfingen Bücher zu kaufen, sie diese auch irgendwo unterbringen müssten. Das Regal sollte preisgünstig, leicht zu verschicken und einfach zu montieren sein. Über so ein Regal hatte Nils Strinning schon lange nachgedacht und er nahm den Wettbewerb zum Anlass seine Idee zu verwirklichen. Er gewann natürlich den ersten Preis.

Wenn alles eine Vorgeschichte hat, dann handelt diese von Faulheit und Stahldraht. Vor der Ära der Spülmaschinen war das Geschirrabtrocknen eine zeitraubende Pflicht. Das Geschirr an der Luft zu trocknen war hygienischer als ein Geschirrtuch zu verwenden, allerdings benötigte man dafür einen praktischen Geschirrständer. Das Geschirrregal Elfa wurde 1946 Nils Strinnings erste erfolgreiche Erfindung. Drei Jahre später löste er gemeinsam mit dem Hersteller Arne Lydmar das Problem den Draht mit Plastik zu beschichten. Nils Strining ist also der Vater des gesamten Elfa-Systems mit seinen Drahtkörben, die heute noch in den meisten Schränken oder als Geschirrablagekörbe an der Spüle zu finden sind. Nichts ist zu unscheinbar um nicht verbessert werden zu können: So könnte man Nils Strinnigs Sicht auf die Welt zusammenfassen. Er vereint in sich den Anspruch des Erfinders nach Funktionalität mit dem Gefühl des Ästheten für Proportionen und Details.

Kerstin Wickman. Professor für Design- und Kunsthandwerksgeschichte, Konstfack Kunsthochschule Stockholm

1917
8. dezember. nisse strinning geboren in kramfors in västernorrland.

1922
27. januar. Kajsa strinning geboren in svanholm in västerbotten.

1949
Nils Strinning nimmt an einem Buchregal-Wettbewerb des schwedischen Verlags Bonniers teil. Unter 194 Einreichungen aus der ganzen Welt wird sein Entwurf string zum Gewinner gewählt. Im selben Jahr wird string gegründet.

1950
Das neue UN-Hauptquartier in New York City wird mit string-Regalen ausgestattet.

1953
string plex wird auf den Markt gebracht.

1953
string bringt eine freistehende Version des Regals heraus. Strinning selbst gefällt es nicht.

1954
string wird mit einer Goldmedaille bei der Triennale in Mailand ausgezeichnet.

1955
string nimmt an der Ausstellung H55 in Helsingborg teil, die den Beginn des “Schwedischen Designs” markiert.

1956
Die Deutsche String GmbH wird gegründet.

1950er
In Kolumbien werden Regallieferungen von string mit Smaragden bezahlt.

1957
Die Bodenleiter wird auf den Markt gebracht.

1961
string verklagt eine Reihe von Plagiatoren und behauptet sich vor dem obersten Gerichtshof. Das Regal wird patentiert.

1963
string continent wird auf den Markt gebracht.

1970
Das neue Aufbewahrungs­konzept Tingoteket wird gelauncht, kann sich jedoch nicht durchsetzen.

1979
Das string-Regal wird Teil der Design-Sammlung des Schwedischen National­museums.

1993
Nils Strinnings Bücherregal Kam wird mit der Auszeichnung „Erstklassiges schwedisches Design” von Svensk Form (Schwedische Gesellschaft für Handwerk und Design) prämiert.

1999
Nils Strinning erhält den “Klassikerpreis” und das Computerregal von string die Auszeichnung “Erstklassiges schwedisches Design“. Beide Preise werden von Svensk Form verliehen.

2005
Ein komplett weißes string-Regal wird bei der Ausstellung H05 gezeigt – 50 Jahre nach H55. string system gibt es nun auch in den Ausführungen Walnuss, Eiche und Schwarz.

2005
string pocket feiert Premiere im Form/Design Center in Malmö.

2009
Das string-Regal wird als Werk der angewandten Kunst urheberrechtlich geschützt.

2009
Artek feiert 75. Geburtstag und gibt bei string eine Jubiläumsausgabe des string pocket in “Artek-Grau” in Auftrag.

2009
string wird 60 und gibt anlässlich des runden Jubiläums eine limitierte Edition des string pocket heraus: 600 nummerierte string pockets in Gold und Palisanderholz – gestaltet von Mats Theselius.

2010
Rebecka Tarschys veröffentlicht das Buch ”String Pocket“ über die Geschichte strings.

2013
Gemeinsam mit Björn Dahlström und Anna von Schewen entwickelt string einen Klapptisch für das Regalsystem.

2014
string setzt die Zusammenarbeit mit Anna und Björn fort und präsentiert das Büromöbel-Programm string works.

Mats Theselius hat zum 10. Jahrestag des String Pocket eine Edelstahl-Variante entworfen.

2015
Das Büromöbelprogramm Strings Works gewinnt den German Design Award 2016

2017
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